Die 3 Freiheiten eines Coaches

von Dipl.-Psych. Martina Schmidt-Tanger

"Machen Sie doch aus dem doch mal 'n scharfen Hund."

Voraussetzung für einen adäquate, klientenbezogenen Veränderungsprozess im
Coaching ist die Realisierung dreier grundlegende Freiheiten. Bei der Durchführung von Coaching in Unternehmen sind sie unverzichtbar, will man wirklich von „Coaching“ sprechen.
Hier werden eklatante Fehler gemacht, die Coaching als sinnvolles Personalentwicklungsinstrument kontakarieren und in seiner Wirksamkeit enorm einschränken, was letztlich kurzfristig dem Coachee und langfristig dem Coach und dem Unternehmen schaden.

Die inhaltliche Freiheit:
Ein Coach darf in keinerlei Weise ausführungsverantwortlich an Ziele Dritter gebunden sein,
da dies die Veränderungsbereitschaft und das Vertrauen des Coachees massiv untergräbt und langfristig weitreichende negative Effekte auf die gesamte Coachingkultur eines Unternehmens hat.
Fremdbestimmte Ziele sind erfahrungsgemäss nicht dauerhaft erreichbar und Coaches, die mit fremden Zielen „geimpft“ den Coachee zu irgendwas bringen sollen, sind keine Coaches.
Das betrifft auch „Feedbackgespräche“ mit dem Vorgesetzten des Coachees oder der Personalabteilung, in denen „großzügig“ mit dem Begriff Verschwiegenheit umgegangen wird.

Die materielle Freiheit:
Um das Risiko der Entstehung von systemischen Verstrickungen und von Manipulierbarkeit zu minimieren, sollte der Coach materiell nicht vom Coaching abhängig sein. Im Zusammenhang mit einer weiteren Coachingstunde z.B. an die eigene noch zu „zahlende Miete“ denken zu müssen, kann den Coach dazu verführen, seinen Klienten unangemessen zu pathologisen und das Coaching unnötig zu verlängern. Klienten werden möglicherweise leicht manipuliert und der Coach verfolgt dann mehr die eigene materiellen Ziele statt die inhaltlichen Ziele des Coachees.

Die persönlich Freiheit:
Der Coach darf persönlich-emotional nicht davon abhängig sein, dass der Coachee ihn liebt oder dass ihn alle direkt oder peripher Beteiligten wegen seiner Arbeit applaudieren. Eine egolastige Beziehung zu Ungunsten des Coachees führt immer zu missglückten Coachings.
Der Coach sollge ein unabhängiger Lehrer und Begleiter sein, der keine emotionale Erwartungen an den Coachee richtet und der druchgehend und ausschließlich auf das Anliegen des Coachees fokussiert ist.

Die Coachingkultur
einer Firma sagt eine Menge über den Reifegrad eines Unternehmens aus.
Es zeigt sich deutlich, ob es eine vertrauensvolle, respektvolle und entwicklungsorientierte Unternehmenskultur gibt, in der sich die Mitarbeiter persönlich ernst und wichtig genommen fühlen oder ob Coaching nur ein weiteres Instrument ist, mit dessen Hilfe Leistung "ercoacht" und auf Disziplinierung ausgerichtete Führungsaufgabe delegiert werden sollen. Die Einhaltung der 3 Freiheiten im Coaching zahlen sich für alle langfristig aus und sollten in Akquisegesprächen immer bedacht werden.

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Termin: 24.-26.11.2017